Innovation LAB (3/10): Das Sprint LAB

Autor: Dirk Elsner
Sprint LAB 1

Die DZ BANK hat seit September 2019 das Innovation LAB erweitert um das „Sprint LAB“. Damit sollen innerhalb einer Woche aus Problemstellungen erste Ideen entstehen und/ oder Lösungsansätze verfeinert werden. Typisches Ergebnis des Sprint LAB ist ein gemeinsames Verständnis der Problemstellung, eine visualisierte Lösungsidee mit erstem Nutzerfeedback und Vorschlägen zum weiteren Vorgehen.

Innovationen sind nicht einfach da

Geht es nach dem Leitbild der herrschenden ökonomischen Theorie, dann brauchte es heute in der Wirtschaft kein Innovationsmanagement. Der Referenzmensch der Ökonomen ist der “Homo Oeconomicus”,  der seine rationalen Abwägungen auf Basis kostenlos und sofort verfügbarere Informationen und Eigeninteresse trifft. Er kennt also alle gegenwärtigen und künftigen technischen Möglichkeiten und weiß auch genau, wie er damit Nutzen stiften und was er damit verdienen kann. Mit der Realität hat dies freilich nichts zu tun.

Innovationen sind qualitativ neuartige Produkte oder Verfahren, die sich gegenüber einem Vergleichszustand „merklich“ – wie auch immer das zu bestimmen ist – unterscheiden (Jürgen Hauschildt u.a. Innovationsmanagement).

Innovationsprozesse gleichen evolutionären Prozessen

Innovationsprozesse gleichen evolutionären Prozessen, wo auf Basis bestehender Technologien durch Variation, Neukombination und Selektion Neues geschaffen oder verworfen werden kann. Es gibt unterschiedlichste Methoden und Praxiserfahrungen, wie man heute zu Innovation für Produkte und Prozesse kommt. Das Autorenteam um Benno van Aerssen und Christian Buchholz dokumentieren im “Das große Handbuch der Innovation” detailliert 555 Methoden und Instrumente. Fest steht jedenfalls, dass das Bild einer Person, die im stillen Kämmerlein eine Idee allein ausbrütet, die anschließend von Ingenieuren und Softwareentwicklern umgesetzt wird, in das Reich der Mythen gehört.

Stattdessen ist Innovation ein mehrstufiger Prozess, dessen Ergebnisse vor allem aus Kollaboration verschiedener Beteiligter entsteht. Ein solcher Prozesse besteht aus verschiedenen Phasen wie Verstehen, Analysieren, Ideenfindung und -bewertung, Prototyping (also dem Test einer Idee oder eines Produktes direkt am Nutzer und Anwender) und der eigentlichen Umsetzung und der Einführung. Wesentliche Teile dieses Prozesses versuchen wir mit unserem Sprint LAB abzudecken.

Sprint LAB in Anlehnung an Google Design Sprints

Unsere Methode im Sprint LAB ist angelehnt an die Phasen des sogenannten “Google Design Sprints”. Diese von Google entwickelte und entwickelte Referenz hat das Ziel, zu wichtigen Frage- oder Problemstellungen Lösungsansätze zu entwickeln und mit Kunden zu verproben. Der Design Sprint hat übrigens nur am Randes etwas damit zu tun, wie ein Produkte optisch designt ist.

Ziel ist es, Lösungsansätze für für Frage- oder Problemstellungen zu generieren und erster Ideen für Lösungsansätze zu konkretisieren. Im Innovation LAB wird dazu in der Regel ein fünftägiger Prozess durchlaufen, der aus folgenden Phase besteht:

 

Am Ende steht ein gemeinsames Verständnis der Problemstellung und eine visualisierte  Lösungsidee, allerdings kein „fertiger“ Prototyp (Fachleute sprechen von “Low Resolution Prototype”). Dazu liegen erste Ergebnisse auf Basis von Nutzerfeedback und konkrete Vorschläge für weiteres Vorgehen. Aus dem Innovationsmanagement heraus unterstützen wir die Product Owner mit Methoden, Ressourcen und Workshopformaten, die in vom Thema abhängig festgelegt werden.

Unsere Design Sprints folgen zwar dem in der Abbildung skizzierten Ablauf, setzen aber im Detail auf unterschiedliche Tools und Methoden aus dem Design Thinking Universum. Der Kern des “Design Thinking” ist nicht eine ganz bestimmte Methode, sondern eher eine Philosophie, in deren Kern die Annahme steckt, dass sich Probleme effizienter lösen lassen, wenn Menschen unterschiedlicher Disziplinen gemeinsam an einem Thema arbeiten, Konzepte entwerfen und iterativ weiterentwickeln.

Wir werden in späteren Beiträgen hier konkret zeigen, wie ein Sprint LAB beispielhaft abläuft.

31. Oktober 2019, 10:07 Uhr

Diesen Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Durchschnittliche Bewertung des Artikels: 5.00 Anzahl abgegebener Bewertungen: 3

Ein Kommentar

Innovation LAB (5/10): Themen des 10. Durchlaufs - Innovationsblog der DZ BANK Gruppe

[…] elf Themen vom Vorstand genehmigt. Die folgenden Tabellen zeigen die einzelen Formate (Trend LAB, Sprint LAB sowie Prototyping LAB) und die aktuellen Themen inklusive einer […]

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


fünfzehn + 1 =