Learning Journey Teil 1: Wieso ist ausgerechnet Israel einer der top FinTech Hotspots?

Autor: Corinna Sander
Foto: Corinna Sander

Das Gründer-Wunder von Tel Aviv: Wie zu Beginn der Woche angekündigt, teile ich mit diesem und einem noch ausstehenden Artikel meine Eindrücke meiner Learning Journey durch´s „Silicon Wadi”

Ich fliege an einem Samstag nach Tel Aviv. Samstags ist Shabbat. Quasi der Sonntag der Juden und somit ein Feiertag, an dem alles ein bisschen langsamer läuft oder auch gar nicht. Gar nicht fährt zum Beispiel der Zug, den ich gerne nach Akko genommen hätte. Stattdessen sitze ich in einem „shared Taxi“ – ein Kleinbus, der genau dann losfährt, wenn er voll ist. Irgendwann ist es soweit, wir starten und sofort komme ich mit meinem Sitznachbarn ins Gespräch. Dabei erklärt er mir, wieso ausgerechnet Israel eine so erfolgreiche Startup-Community vorzuweisen hat:

Das israelische Militär fungiert als Kaderschmiede für Israels Zukunft

Fast alle wehrpflichtigen Männer und Frauen dienen in Israel mehrere Jahre. Und tatsächlich haben viele der mir bekannten israelischen Gründer in der sogenannten Intelligence Unit gedient und sich meist irgendwie mit Cyber-Security beschäftigt. In diese Spezial-Einheit nimmt das Militär nur die talentiertesten Köpfe auf und bildet sie im Technologiebereich aus, vermittelt ihnen daneben aber auch wichtige Managementkompetenzen. Und noch weitere Fähigkeiten lernen die jungen Leute dort: Eigenverantwortliches Denken und Handeln, das schnelle und entschlossene Fällen von Entscheidungen sowie die Übernahme von Verantwortung für ein Team – und das ganze in einem Umfeld, das von Unsicherheit und einer erhöhten Bedrohungslage geprägt ist. Das alles sind Fähigkeiten, die auch Gründer bei ihrer täglichen Arbeit sehr gut gebrauchen können.

Vertrauen von Investoren

Während ich durch Israel reise, sehe ich immer wieder die Logos bekannter Technologiegrößen wie etwa IBM, Microsoft, Apple, Intel und Google. Obwohl Israel häufig mit Gewalt und politischen Unwägbarkeiten in Verbindung gebracht wird, lassen sich offensichtlich viele führende Tech-Unternehmen nicht davon abhalten, genau hier ihre Innovationseinheiten anzusiedeln. Israel hat sich den Ruf eines verlässlichen Partners erarbeitet, der auch unter widrigen Umständen seine Innovationskraft auszuschöpfen weiß.

In Israel können Gründer auf ein umfassendes Hightech-Ökosystem zugreifen und werden auch staatlich unterstützt

Wenn ich mit Leuten ins Gespräch komme, werden mir die immer zwei gleichen Fragen gestellt: Woher ich komme und was ich hier mache. Sobald ich den Begriffe FinTechs oder Startups fallen lasse, werde in Co-Working-Spaces sowie zu Events eingeladen, die die Szene zusammenbringt. Aufgrund der zahlreichen Hightech-Unternehmen in Israel gibt es auch sehr viele Technologie-Experten, Ingenieure und Wissenschaftler auf kleinem Raum – ein ideales Umfeld für Gründer.

Für Israel, ein Land mit wenigen natürlichen Ressourcen, ist die Startup-Szene auch eine wichtige Quelle wirtschaftlichen Wachstums. Es existieren zahlreiche Wagniskapitelfonds, Inkubatoren sowie Acceleratoren. Und auch der Staat selbst unterstützt die Gründer, indem er einen Teil des Gründungsbudgets in Form von Darlehen übernimmt, die nur im Erfolgsfalle zurückgezahlt werden müssen.

 

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17. März 2017, 7:57 Uhr

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