Erfolgreiches Blockchain-Pilotprojekt: Banken wickeln digitale Wertpapiere vollständig in Zentralbankgeld ab

Autor: Friederike Seliger

Die Deutsche Börse, die Deutsche Bundesbank und die Finanzagentur des Bundes haben gemeinsam eine Abwicklungsschnittstelle für elektronische Wertpapiere entwickelt und mit sechs Banken erfolgreich getestet. Die DZ BANK gehörte zu diesem kleinen Kreis an teilnehmenden Banken.

Vollständig digitale Bundesanleihe

Auf einem von der Deutschen Börse betriebenen Blockchain-Netzwerk wurde eine zehnjährige Bundesanleihe von der Finanzagentur in vollständig digitaler Form begeben und bei den teilnehmenden Banken platziert. Im zweiten Schritt wurden dann Sekundärmarkttransaktionen in der gleichen Art und Weise zwischen den verschiedenen Banken erfolgreich durchgeführt.

Die Besonderheit dieser Pilotierung lag dabei in der direkten technischen Verknüpfung zwischen dem Wertpapiertransfer auf dem Blockchain-Netzwerk und dem Zahlungstransfer zwischen den jeweiligen Target2-Konten der Beteiligten im Eurosystem. Ermöglicht wurde diese systemübergreifende Abwicklung, ohne Intermediäre einzuschalten und komplett in Zentralbankgeld durch den Einsatz einer sogenannten Triggerlösung. Diese hält den Prozess in dem Blockchain-Netzwerk an und schließt ihn erst nach der erhaltenen Bestätigung der Zahlungserfüllung im Eurosystem endgültig ab.

Holger Meffert, Leiter Wertpapiermanagement

„Das Projekt Blockbaster IV hat somit eine Brücke zwischen der Blockchain-Welt und der des konventionellen Zahlungsverkehrs zwischen Banken gebaut, die für eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten nutzbar ist“, sagt Holger Meffert, Leiter Wertpapiermanagement. „Dass neben der Commerzbank und der DZ BANK vor allem auch internationale Großbanken wie Barclays, Citibank, Goldman Sachs und Société Générale mit von der Partie waren, zeigt das weit über den Finanzplatz Frankfurt gehende Interesse an dieser Lösung.“

Finledger und Smart Derivative Contracts sind wegweisend

Die DZ BANK hat mit der Schuldschein-Plattform Finledger und dem Vorhaben Smart Derivative Contract (SDC) bereits zwei zukunftsweisende Initiativen auf den Weg gebracht. Insbesondere für die Plattform Finledger, die bereits verbindliche Schuldscheindarlehen abwickelt, könnte die im Blockbaster IV-Projekt eingesetzte Triggerlösung ein weiterer wichtiger Baustein zur Abwicklung der großvolumigen Zahlungen zwischen den institutionellen Parteien werden. Dies sollte für einen weiteren Schub in der Bedeutung sorgen.

Unter Federführung des Bereiches OS wird derzeit im Rahmen eines Projekts der Einsatz von DLT und Blockchain in der Kapitalmarktabwicklung gesamthaft untersucht und bis Ende Mai eine Handlungsempfehlung für die DZ BANK entwickelt, die auch die Infrastruktur in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe berücksichtigt. Die Triggerlösung wird nicht nur in den Betrachtungen der Projektgruppe eine wichtige Rolle spielen, sondern könnte ein zentraler Meilenstein für die Nutzung von Blockchain-basierten Anwendungen sein. Die Einführung eines digitalen Euros, über dessen Form und Zeitpunkt die EZB in den relevanten Gremien im Sommer dieses Jahres entscheiden wird, würde dieses Werkzeug dann überflüssig machen..

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Bundesbank im Beitrag

Abwicklung von DLT-basierten Wertpapieren in Zentralbankgeld erfolgreich getestet

6. April 2021, 8:14 Uhr

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