Innovation LAB (7/10): Der Prozess von der Ideengenerierung bis zur Umsetzung

Autor: Patrick Steiner
Innovation_lab_sketch

Innovationen entstehen nicht über Nacht… Von einer Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung braucht es einige Arbeitsschritte, Commitment, Budget und nicht zuletzt Zeit. Damit das möglichst schnell und zielgerichtet passiert, haben wir für das Innovation LAB einen strukturierten Prozess geschaffen.

Themenherkunft

Wo kommen gute Ideen überhaupt her? Mit dieser Frage haben sich schon viele Innovatoren beschäftigt. In seinem Buch „Where Good Ideas Come From: The Natural History of Innovation“ ist Steven Johnson dieser Frage nachgegangen und hat interessante Erkenntnisse gewonnen.

Hierbei handelt es sich um Inhalt eines externen Anbieters. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass nach Aktivierung des Inhalts Daten an den jeweiligen Anbieter übermittelt werden.
Fortfahren

 

Viele Kolleginnen und Kollegen aus den Fachbereichen und Unternehmen der DZ BANK Gruppe gehen ähnlich vor. Sie identifizieren Probleme im Alltag oder schnappen Ideen am Markt auf und entwickelen diese mit anderen Menschen in ihrem Umfeld weiter. Sobald Ideen eine gewisse Reife haben, können sie über zwei Wege ins Innovation LAB kommen:

  1. Bottom-up: Fachbereiche oder Gruppenunternehmen sprechen uns an und reichen Themen ein oder
  2. Top-down: Top-Management und/oder Gremien schlagen Themen vor, die im Innovation LAB erarbeitet werden sollen

Unsere Aufgabe im Innovationsmanagement ist hier zum einen die Einschätzung der Themen und zum anderen Transparenz über bestehende Innovationsaktivitäten zu schaffen. Dafür „challengen“ wir die Ideen und schauen gleichzeitig, ob es diese bereits im Konzern gibt. Dabei hilft uns der Innovationsradar, in dem wir eine Übersicht über Innovationsaktivitäten im Konzern sowie über Trends/Technologien und Startups am Markt erhalten. Anschließend geben wir eine Einschätzung zur Idee und auch zum am besten geeigneten Format des Innovation LAB zur Erarbeitung des Themas.

Themenauswahl

Wenn die Ideen entwickelt werden sollen, können sich Fachbereiche und Unternehmen der DZ BANK Gruppe für einen Platz im Innovation LAB bewerben. Hierfür muss jede Idee in ein strukturiertes Template gebracht werden und im Wesentlichen folgende Aspekte beschreiben:

  • Problemstellung
  • Relevanz des Problems
  • Lösungsideen bzw. konkreter Ansatz
  • Erwarteter Nutzen

Im Innovationsmanagement werden alle Bewerbungen zunächst konsolidiert und anschließend dem Gesamtvorstand der DZ BANK Gruppe zur Auswahl für den nächsten Durchlauf des Innovation LAB vorgelegt. In die Bewertung fließen unter anderem Kriterien, wie Kundennutzen, Geschäftsnutzen, Umsetzbarkeit, Genossenschaftlicher Fit und Innovationsgrad mit ein.

Themenbearbeitung im Prototyping LAB

Nach der Themenauswahl durch den Vorstand beginnen die Vorbereitungen mit den Ideengebern, ihren Einheiten sowie dem Innovationsmanagement. Gemeinsam stecken wir den möglichen Umfang sowie die Ziele für das Innovation LAB ab. Zudem überlegen wir, wer mit welchen Kompetenzen noch im Team benötigt wird, um die Idee bestmöglich entwickeln zu können.

Am Anfang des Prototyping LAB starten alle Teams mit einer Sprint-Woche. Das heißt, dass wir angelehnt an einen Google Design Sprint das Problem genauer analysieren, die Ziele für das Prototyping LAB festlegen und einen ersten einfachen Prototypen erstellen, um ein „Look and Feel“ der Lösung sowie erste Kundenfeedbacks zu erhalten. Nachdem die Ziele für die 12 Wochen des Prototyping klar sind, starten die zweiwöchigen Sprints nach der agilen Projektmanagementmethode Scrum. Dazu werden das Ziel des Prototyping LAB in kleinere Arbeitspakete unterteilt, erste Prototypen erstellt und mit Kunden verprobt. Während der 12 Wochen erhalten die Teams unterschiedliche Coaching-Angebote und Workshops, wie beispielsweise Storytelling, Business Plan Erstellung und Projektinitiierung nach dem Prototyping LAB. Am Ende entsteht ein übergabefähiger Prototyp, der dem Gesamtvorstand der DZ BANK Gruppe in einem 7-Minuten-Pitch vorgestellt wird. Abschließend entscheidet der Vorstand über das weitere Vorgehen. Hier gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten:

  • Überführung in ein neues Projekt oder Umsetzung in der Linie
  • Ausgründung in eine neue Gesellschaft
  • Einstellung des Themas

Wie geht es weiter nach dem Prototyping LAB?

Wenn das Thema weiterentwickelt werden soll, bereiten die Teams alles schnellstmöglich für die Umsetzung vor. Oftmals entstehen nach dem Prototyping LAB neue Projekte (klassisch oder agil), da der Prototyp weiter ausgebaut sowie technische Schnittstellen geschaffen werden müssen. Zudem stehen projektspezifische konzeptionelle Arbeiten an, die vor einem „Go-Live“ erarbeitet werden müssen. Seit dem Start des Innovation LAB im September 2016 wurden im Prototyping LAB 28 Themen mit einer Umsetzungsquote von ca. 75% bearbeitet. Bisher sind 8 Themen live und viele werden in den kommenden Monaten folgen. Auch wenn Innovationen im Innovation LAB nicht über Nacht entstehen, bietet es eine gute Möglichkeit, innovative Ideen effizient, strukturiert und zielorientiert zu erarbeiten.

 

6. Januar 2020, 9:37 Uhr

Diesen Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Durchschnittliche Bewertung des Artikels: 5.00 Anzahl abgegebener Bewertungen: 7

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


zwölf − eins =