RE:PUBLICA19: Von Politik über Tech-Talk bis hin zur Weltverbesserung

Autor: Gastautor
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Gemeinsamer Beitrag von Susanna Mütze und Alexander Rex*

too long; didn‘t read- unter diesem dem Motto fand die re:publica 2019 statt. Das Motto ist abgeleitet von dem viel genutzten Hashtag #tl;dr, der so viel bedeutet wie zu lang; habe ich nicht gelesen. Das Motto fordert die kritische Auseinandersetzung mit der Informationswelt des Internets und der Motivation der Nutzer, sich mit Sachverhalten auseinanderzusetzen. Insgesamt fanden circa 500 Programmpunkte auf über zehn Bühnen statt. Die Themen der größten Digitalmesse Deutschlands sind breit gefächert. Neben Business & Innovation ging es auch um Arts & Culture, Science & Technology, Media & Journalism und Research & Education. Wir haben uns drei Themen herausgesucht, die die Gesellschaft in den nächsten Jahren besonders bewegen werden.

 

Veränderungen der Demokratie und Meinungsfreiheit vor dem Hintergrund der Digitalisierung

Wie kann politischer Diskurs im Netz gefördert werden, der fundiert ist und auf Fakten beruht? Frank Walter Steinmeier plädierte in seiner Eröffnungskeynote für mehr Bewusstsein bei der Wahrung statthafter Netzdebatten, um die Demokratie zu schützen. Dringlich sei nicht die Digitalisierung der Demokratie, sondern die Demokratisierung des Digitalen. Sichere Herkunftssiegel für Informationen sieht er als einen Grundbaustein, um dies zu erreichen.

Nanjala Nyabola wies in Ihrem Talk „What tech can’t fix“ auf die Situation in ihrem Heimatland Kenia hin. Sie erklärte, dass digitale Entwicklung häufig mit einer freien und demokratischen Gesellschaft gleichgesetzt wird. Jedoch ist es der Technologie nicht möglich, eine gespaltene Gesellschaft zusammenzubringen oder Korruption zu besiegen. Sie forderte eine kritische Reflektion technologischer Möglichkeiten.

 

Zukunft der Mobilität

Auch bezogen auf die Zukunft unsere Mobilität gab es auf der Internetkonferenz Vorträge und Debatten. Ein Start-up aus Bruchsal stellte ein Flugtaxi namens Volocopter vor. Das Flugobjekt ist vergleichbar mit einem kleinen und sicheren Helikopter für die Massen. Schon 2021 soll es soweit sein, dass Menschen Kurzstrecken innerhalb der Stadt mit dem Flugtaxi zurücklegen werden. Bisher ist die Zulassung aber noch in der Verhandlung. Der erste Use Case wird vermutlich der Transfer vom Flughafen in die Innenstadt sein. Preislich plant die Firma nicht viel teurer als ein Taxi zu sein.

Darüber hinaus waren Elektro Roller ein viel diskutiertes Thema im Bereich Mobilität. In einigen Ländern werden Sie bereits wie Leihfahrräder verliehen. Jedoch fehlt in Deutschland zurzeit noch die Straßenzulassung für Elektro Roller mit einer Geschwindigkeit über 20 km/h. Die vortragende Experten sind unterschiedlicher Meinung, wenn es darum geht, ob Elektro Roller Stau- und Emissionsprobleme in den Innenstädten lösen können. Städte und Politik müssten jedoch sicherstellen, dass die Roller nicht als Elektroschrott enden, sondern sinnvoll eingesetzt werden.

Eine weitere Forderung stellte der Informatiker Stefan Kaufmann in seinem Vortrag. Er plädierte an die Städte Verkehrsdaten zu sammeln und miteinander zu vernetzen. So ließen sich z.B. Lösungen realisieren bei denen für die letzten Meter einer typischen Pendlerstrecke vom S-Bahnhof noch eine Mitfahrgelegenheit vermittelt würde. Nur mit geteilten Daten der Kommunen können ganzheitliche Lösungen entwickelt werden.

Umweltschutz

Sinnbildlich für dieses Thema stand am letzten Tag der Konferenz der Astronaut Alexander Gerst auf der Bühne. Zitieren lässt Gerst sich mit „Von oben sieht die Welt so zerbrechlich aus“. Durch seine Zeit im All hat der deutsche Astronaut eine andere Sicht auf die Probleme der Erde entwickeln können. Er berichtet von Experimenten, die helfen sollen den Klimawandel besser zu verstehen. Ergebnis hiervon können zum Beispiel resistentere Nutzpflanzen sein. Laut Gerst brauchen wir darüber hinaus internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Klimawandel. Als Beispiel hervorragender internationaler Zusammenarbeit von 15 Nationen bezeichnet er die ISS.

 

So vielfältig wie die Themen waren auch die Eindrücke, die die Besucher gewinnen konnten. Die re:publica ist in Ihrer 13. Auflage zu einer der wichtigsten Konferenzen auf Ihrem Gebiet aufgestiegen. Auch 2020 wird es wieder eine re:publica geben. Wir haben einige neue Impulse von der Konferenz mitnehmen können und sind mit spannenden Sichtweisen auf aktuelle Themen ausgestattet worden.

 

*Susanna Mütze und Alexander Rex sind beide berufsbegleitende Studenten der DZ BANK in Kooperation mit der Frankfurt School of Finance & Management. Susanna Mütze studiert BWL und Alexander Rex Wirtschaftsinformatik. Den Besuch der re:publica 2019 fand im Rahmen des DZ BANK Trendscouting Programms statt.

25. Juni 2019, 10:14 Uhr

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