Künstliche Intelligenz: Zwischen Science Fiction und Mainstream

Autor: Friederike Seliger
Foto: Getty Images Creative

Ist die Rede von Künstlicher Intelligenz (KI), denken die meisten Menschen an Science-Fiction. Was viele nicht wissen: KI begegnet uns auch im Alltag. Ob im Straßenverkehr, im Gesundheitswesen oder im Wirtschaftsleben – das Thema ist bereits heute bei Unternehmen angekommen. Auch in der DZ BANK Gruppe spielen selbstlernende Systeme eine immer größere Rolle.

Wer bei Google „Künstliche Intelligenz“ eingibt, findet zahlreiche und mitunter verblüffende Einträge: Eine chinesische Nachrichtenagentur hat Roboter als Nachrichtensprecher eingestellt. In den USA gibt es eine Kirche, die eine KI als Gottheit verehrt. Zwar sind solche Formen von KI noch die Ausnahme. Über alle Branchen hinweg nimmt jedoch der Einfluss von KI inzwischen Gestalt an.

Was aber ist überhaupt eine Künstliche Intelligenz? Leicht zu definieren ist der Begriff nicht, denn das Feld ist breit und je nach Branche wird etwas Anderes darunter verstanden. Und mit echter Intelligenz haben die heutigen Systeme noch wenig zu tun.

Äpfel von Birnen unterscheiden

Vereinfacht ausgedrückt ist eine KI ein Computerprogramm, das eigenständig entscheiden und handeln kann. Die Technik dahinter funktioniert ähnlich wie menschliches Lernen: So wie ein Kind lernt, dass auf Bildern bestimmte Dinge zu sehen sind, kann auch ein Computer lernen, Objekte zu identifizieren oder Personen zu unterscheiden. Dazu wird die Software zunächst mit Daten gefüttert und trainiert. Der Programmierer sagt dem System, dass ein Objekt zum Beispiel ein Apfel ist, ein anderes aber nicht. Die Software erhält ständig Rückmeldungen vom Programmierer, die der Algorithmus nutzt, um das Modell anzupassen. Mit jedem neuen Datensatz wird die KI besser und kann schließlich eindeutig Äpfel von anderen Gegenständen unterscheiden.

Künstliche Intelligenz ist jedoch nur ein Oberbegriff, der verschiedene Ausprägungen hat. Die offensichtlichste Form findet sich in der Robotik, die beispielsweise in der automatisierten Fertigung in Fabriken eingesetzt wird. Die Japaner sind schon einen Schritt weiter: In Altenheimen unterstützen Roboter die häufig überlasteten Pflegekräfte, indem sie mit den Patienten spielen oder Gymnastik machen.

Wenn ein Algorithmus bestimmte Muster und Gesetzmäßigkeiten in Daten erkennt, nennt man das Machine Learning. So funktioniert zum Beispiel das autonome Fahren: Das Auto lernt aus verschiedenen Quellen, dem vorangegangenen Fahrverhalten des Menschen und seiner Umwelt, die mit Kameras erfasst wird. So erarbeitet sich das Auto selbstständig valide Regeln für das Verhalten im Straßenverkehr.

Eine weitere Form ist die Spracherkennung, die bei digitalen Assistenten wie Siri oder Alexa zum Einsatz kommt. Die Technologie dahinter sind Chat-Roboter, kurz Chatbots, die entweder mit Sprache, Text oder einem Mix aus beidem arbeiten. Zahlreiche Unternehmen von Maggi bis Nike bieten Kunden Services über Chatbots an. So fragt der H&M-Chatbot die Stilpräferenzen des Kunden ab und ermittelt das perfekte Outfit.

In der Finanzbranche ist KI zwar noch nicht im Mainstream angekommen. Doch machen sich auch Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften diese intelligenten Technologien zunutze. Innerhalb der DZ BANK Gruppe werden im Kundenservice von Reisebank und R+V Chatbots eingesetzt. Im Innovation Lab der DZ BANK ist mit dem VR Geschäftsnavigator ein Tool für Firmenkunden entstanden, das auf selbstlernenden Algorithmen basiert. Und auch in den anderen Häusern beschäftigen sich Kollegen mit der Frage, wie KI-Systeme Prozesse vereinfachen und Kunden-Angebote besser machen können. In den kommenden Tagen und Wochen stellen wir Ihnen an dieser Stelle einige dieser Anwendungsfälle vor.

Maschine ergänzt Mensch

Derzeit basieren viele der Aufgaben, die KI-Systeme im Finanzsektor wahrnehmen, auf Analysen von Dokumenten zu spezifischen Fragestellungen. Die eher mechanische Arbeit des Lesens und Verstehens von Dokumenten können Maschinen mittlerweile gut leisten. Um daraus die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und komplexere Handlungen abzuleiten, bedarf es allerdings weiterhin der Unterstützung und Kontrolle von Menschen.

Bisher in dieser Reihe KI in der DZ BANK Gruppe erschienen:

15. April 2019, 11:11 Uhr

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