Drei Leistungen, ein Vertrag – Gewerbekunden das Leben leichter machen

Autor: Gastautor

Gastbeitrag von Alexander Deutzer und Fardin Moili, VR Smart Finanz*

Finanzthemen sind gerade für kleinere Gewerbetreibende wie die Bäckerei nebenan so lästig wie zeitaufwendig. Selbst für die grundlegendsten Dinge wie Konto, Kredit und Versicherung braucht es diverse Verträge, Unterschriften, Unterlagen. Für die Unternehmer ist das teils eine echte Belastung im Arbeitsalltag.

Die Idee: Aus dem Kundenalltag gegriffen

Abgeleitet aus diesem Kundenproblem entstand bei uns im Team 1tract die Idee, eine einfache Lösung zu entwickeln, die Geschäfts- und Gewerbekunden einerseits im Finanzalltag entlastet und ihnen andererseits ein attraktives Angebot bietet, um sich finanziell und unternehmerisch sicher zu fühlen. Produkte und Lösungen hierfür bieten die Unternehmen der Genossenschaftlichen FinanzGruppe bereits an: Die VR Smart Finanz entsprechende Finanzierungslösungen, die R+V Versicherung die Themen rund um die Absicherung von Gewerbekunden, die örtlichen Volksbanken Raiffeisenbanken das passende Geschäftskonto.

Somit haben wir schnell festgestellt: Wir brauchen keine gänzlich neue Lösung zu erfinden – die Lösung ist im Kern schon da. Wir können bereits bestehende Lösungen aus der Genossenschaftlichen FinanzGruppe bündeln und vereinfachen somit den Finanzalltag von Geschäfts- und Gewerbekunden. Konkret war die Idee, eine kombinierte Lösung aus Kredit, Versicherung und Geschäftskonto anzubieten und in nur einem Vertrag abzubilden – sodass der Kunde nicht mehr drei einzelne Verträge abschließen muss

Eine Idee wird zum Projekt: Arbeiten im Innovation LAB der DZ Bank

Umso mehr haben wir uns darüber gefreut, dass wir als Team vom Innovation Lab der DZ Bank ausgewählt wurden, um diese Idee weiterzuverfolgen. Im LAB angekommen, lernten wir zunächst die Arbeitsweise nach einem vorgegebenen Prozess und Rahmen kennen. Zudem haben wir vor Ort Unterstützung durch zwei hochmotivierte Kollegen für die Entwicklung erhalten. Ab dann bestimmten die Methode Scrum mit Sprints und Meilensteinen sowie regelmäßige Open-Door-Termine unseren Arbeitsalltag im interdisziplinären Team mit Fachkräften aus unterschiedlichen Bereichen.

Der erste Sprint & Validierung der Idee

Bevor wir mit der Weiterentwicklung unserer Idee anfingen, stand uns gleich am Anfang die mitunter wichtigste Aufgabe bevor: Die Validierung der Hypothesen mit dem Kunden und die Überprüfung der grundsätzlichen Machbarkeit (rechtlich, inhaltlich, technisch). Wünschen sich Kunden einen selbstdenkenden Vertrag? Können wir unterschiedliche Verträge in nur einem einzigen Vertrag abbilden? Verstehen Kunden, dass sie für alle Verträge nur eine monatliche Rate zahlen?

Nach Durchführung unseres ersten Sprints waren wir durchaus überrascht. Denn die Kunden haben uns gespiegelt, dass ein selbstdenkender Vertrag gar nicht in ihrem Sinne ist.

„Dann gebe ich die Zügel meines Geschäfts komplett aus der Hand. Mitdenkend, sodass ich Hinweise bekomme, das hilft mir. Aber selbstdenkend, dass sich alles automatisch anpasst, ohne, dass ich es mitbekomme, das macht mir sogar ein bisschen Angst.“, sagte eine Kundin im Interview.

Auch die rechtlichen Aspekte haben uns bei der Weiterentwicklung unserer Idee anfangs herausgefordert. Schnell war uns klar: So, wie wir 1tract ursprünglich entwickeln wollten, können wir die Lösung nicht umsetzen. Wir mussten also umdenken.

 

Der 1tract nimmt Kontur an: Feintuning einer Idee

Im nächsten Schritt haben wir uns als Team zusammengesetzt und das Kundenfeedback sowie das Ergebnis der Machbarkeitsüberprüfung konsolidiert. Fazit war für uns, dass wir Kunden vor allem mit proaktiven Hinweisen im Geschäftsalltag eine Entlastung bieten können. Von da an war klar: 1tract ist eine mitdenkende Lösung, die den Kunden in seinem Geschäftsalltag begleitet – mit proaktiven Hinweisen für finanzielle Entlastung und unternehmerische Sicherheit.

Für uns als Team bedeutete dies zwar, unsere Grundidee des „selbstdenkenden Charakters“ zu verwerfen. Aber wenn Kunden diese Idee nicht nachvollziehen können und sich vor allem in dieser Form auch nicht wünschen, dann sollten wir sie auch nicht entwickeln.

 

Der nächste Meilenstein: Verprobung unserer Idee am Kunden

Die Arbeitsweise im LAB hat uns sehr dabei geholfen, basierend auf diesen neuen Erkenntnissen innerhalb kürzester Zeit einen Prototypen zu entwickeln. Denn: Nach dem Kundentest ist vor dem Kundentest. Und wir wollten dem Kunden im nächsten Schritt etwas präsentieren, was er auch wirklich erleben kann – und nicht „nur“ über Hypothesen sprechen.

Der nächste Meilenstein im LAB war demnach die UX-Challenge (User Experience-Challenge). Gemeinsam mit externen Experten wurde der Prototyp unserer Lösung im Hinblick auf User Experience und Usability beleuchtet. Auch hier bedeutete das Ergebnis kurzzeitig wieder ein

komplettes Umdenken, aber der Mehrwert war eindeutig. Das konstruktive Feedback führte zu einer deutlichen Verbesserung der Lösung und Steigerung der Attraktivität, was man auch bei den regelmäßig stattfindenden Open-Door-Terminen spüren konnte. Denn unser Publikum zeigte sich von Mal zu Mal begeisterter von der Lösung. Dieses Lob gab auch uns Antrieb. Wir hatten richtig Lust und Spaß daran, aus jedem Open-Door-Termin eine neue, einzigartige Verkaufsveranstaltung zu machen.

 

Der 1tract nimmt Form an: (Weiter-)Entwicklung des Prototypen

In den darauffolgenden Wochen fokussierten wir uns als Team auf die Entwicklung und Verbesserung des Prototypen. Wir wussten jetzt, was sich Kunden wünschen, wie wir die beste User-Experience gestalten und welche rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen wir berücksichtigen müssen. Unsere tägliche Arbeit im LAB nach Scrum hat uns dabei geholfen, die Lösung in kleinen Schritten von Sprint zu

Sprint zum Ziel zu führen (einem MVP, Minimum Viable Product, also quasi einem ersten funktionsfähigen Produkt). Hierbei ist eine Sache besonders herauszustellen: Die Analyse nach jedem Sprint. Zum einen hat uns das geholfen, aufzuzeigen und zu sehen, was das Team seit dem vorangegangen Sprint in nur zwei Wochen alles geleistet hat. Zum anderen entwickelten wir so auch immer ein gutes Gefühl dafür, was wir im nächsten Sprint anders machen wollen.

Unser Resümee

Die dreimonatige Arbeit im LAB im interdisziplinären Team hat uns große Freude bereitet. Die Rahmenbedingungen und Unterstützung des LAB’s sind ideal, um eine Idee schnell zu validieren, zu verproben und anschließend als Prototyp umzusetzen. Wir bedanken uns bei allen beteiligten Personen im Team, aus dem Innovation LAB und bei denjenigen, die unsere Lösung getestet und uns Feedback gegeben haben. Das Ergebnis spricht für sich und ist ein gemeinschaftlicher Erfolg. Die nächsten Schritte von 1tract werden nun in den kommenden Wochen konkretisiert.

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Alexander Deutzer und Fardin Moili waren die Productowner der VR Smart Finanz im Innovation LAB der Dz BANK.

26. September 2018, 10:41 Uhr

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