Agil und mit Fintech-Brille: VR BusinessOnline

Autor: Maurice Fischl
Blog TitelbildFoto: https://www.vrbusinessonline.de/

Wie können Volksbanken Raiffeisenbanken die Digitalisierung nutzen um ihren Firmenkunden einen Mehrwert zu bieten? Eine gewisse Erwartungshaltung der Mittelständler gegenüber ihren Finanzdienstleistern ist offenkundig. So erwarten 64% die Bereitstellung digitaler Plattformen zur Abwicklung von Bankgeschäften.

Die Genossenschaftliche FinanzGruppe hat sich dem Thema angenommen und VR BusinessOnline ins Leben gerufen – eine digitale Anfragestrecke für Firmenkunden Finanzierungen und Geldanlagen. Mit der Online Anfragestrecke können Unternehmer direkt, schnell und bequem ihr persönliches Finanzierungs- oder Geldanlageangebot bei ihrer Volksbank Raiffeisenbank beantragen, eine zügige Entscheidung erhalten und den Vertrag nach Zusage sofort herunterladen. Optional kann noch die passende Versicherung dazu erworben werden. Im Detail umfasst das derzeitige Angebot Darlehen, Kontokorrentkredite, Leasing, Versicherungen, Tages- und Termingelder und Fonds, also Produkte der VR Leasing Gruppe, der R+V Versicherung und der Union Investment.

Erreichbar ist die Anfragestrecke über die Webseiten der Volksbanken Raiffeisenbanken, sowie über vr.de und Partnerwebseiten. Letztere sind E-Commerce Anbieter, die ihren Kunden mit VR BusinessOnline gleich Finanzierungslösungen mit vermitteln. (z.B. Traktorpool) Somit hat der Firmenkunde mehr Zeit fürs Wesentliche.
Sein Aufwand pendelt zwischen 20 Sekunden für eine einfache Geldanlage-Anfrage und 5 Minuten, für eine komplexe Immobilienfinanzierung.
Neben Produkt und Adressinformationen, werden direkt automatisiert Bonitätsinformationen des Kunden abgefragt, seine Angaben auf Qualität überprüft und anschließend an den Kundenberater der zuständigen Volksbank Raiffeisenbank weitergeleitet.  Als Plattform bietet es den Zugang zur Onlinebestellstrecke der VR Leasing Gruppe. Sie ist die erste vollautomatisierte Abschlussstrecke deutscher Banken im Firmengeschäft. Hier werden Kreditanfragen bis zu einem Volumen von 60.000 € online vollständig automatisiert entschieden und taggleich ausgezahlt. Die Kunden legitimieren sich in einem Video Call.

 

 

Für einen tieferen Einblick in das Produkt und die Entwicklung, beantwortet uns Projektleiter Peter Freyer ein paar Fragen:

Woher kam die Initiative zu diesem neuen Vertriebskanal für die Volksbanken Raiffeisenbanken?

Die Idee kam im Sommer 2014, damals wurde ehrlich gesagt noch vergleichsweise wenig von Digitalisierung und Innovation gesprochen. Im Firmenkunden Vertriebsmanagement wollten wir die Neukunden-Akquisition über das Internet verproben, um dahingehend keinen Trend zu verpassen. Es galt herauszufinden, inwiefern Unternehmen bereit sind, über das Internet Bankgeschäfte abzuschließen. Unser Ziel war es, eine zentrale Vertriebsplattform zu bauen um Neukunden für unsere VBRB zu gewinnen.

Was waren die ersten Schritte?

Als agilen Partner für die Entwicklung, haben wir uns das Fintech Finstreet ausgesucht, das schon Erfahrungen mit Projekten dieser Art hatte. Übrigens entwickelt die VR Leasing Gruppe mit Finstreet derzeit den SmartBuchhalter.  Mit diesem Team konnten wir dann schon nach wenigen Wochen agiler und iterativer Entwicklung unser erstes Minimum Viable Product live schalten.  Seitdem haben wir uns stetig in Richtung der Bedürfnisse der Firmenkunden, sowie der Volksbanken Raiffeisenbanken weiterentwickelt.

Welche Erfahrungen haben Sie in der Zusammenarbeit mit dem Fintech gemacht?

Das On-Boarding war natürlich erst einmal eine Hürde, da wir vorher keine Erfahrungen damit hatten.  Aus der Zusammenarbeit ziehen wir nun aber große Vorteile.  „Auf der einen Seite profitieren wir von kurzen Wegen und schneller agile Entwicklung.   Auf der anderen Seite nehmen wir durch die Zusammenarbeit mit einem Fintech, Trends und Marktplayer aus der Tech-Szene besser wahr. Wie durch eine ‚Fintechbrille‘.“

Gab es weitere Hürden?

Teilweise ist die Zusammenarbeit mit internen Abteilungen an ihre Grenzen gestoßen, gerade weil wir schnell und nach Kundenbedürfnissen entwickeln und das oft mit regulatorischen Themen kollidiert. Interne Prozesse und bewährte Logik haben uns da meist mehr aufgehalten als weitergebracht. Vor allem die Überführung von der Entwicklung in die Linie ist nicht trivial, da sind unterstützende Prozesse sehr wichtig.

Schnelle, agile Entwicklung, außerhalb des Innovationlabs – wie seid ihr vorgegangen?

Größtenteils nach Scrum. Wir sind ein kleines Team, bestehend aus 2-3 Mitarbeitern fürs Fachliche auf DZ Bank Seite und rund 5 Developer bei der Finstreet, in die Entwicklung eingebunden. Diese erfolgt in 2-Wochen Sprints. Im Jahr 2017 wurden 17 dieser Sprints abgeschlossen. Nach jedem Sprint sind die neuen Bausteine getestet und gehen live. Damit schaffen wir einen konstanten Nutzenzuwachs und bekommen gleich Feedback von unseren Kunden. Diese Feedback-Impulse, können von überall kommen und werden meist im nächsten Sprint gleich angegangen. Wir sind ein Projekt und müssen dementsprechend auch traditionelles Projektmanagement betreiben, dafür haben wir eine IT Projektleiterin, die uns den Rücken freihält. Product Owner und Scrum Master Rollen haben wir nicht. Finstreet ist für das Technische verantwortlich und ich für das Fachliche.

Können Sie uns einen kleinen Vorgeschmack geben auf das, was noch kommt?

Derzeit sind wir weiter auf der Suche nach zusätzlichen Partnern, die unser Tool in ihren Marktplatz mit einbinden. Natürlich wollen wir unser Angebotsumfang erhöhen. Bald können direkt in der Anfragestrecke Fördermittel angefragt werden. Spannend und in Planung ist eine vollautomatisierte Firmenkonto- Eröffnung.

12. Februar 2018, 8:22 Uhr

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