Frankfurt Accelerator Demo Day – Zukünftige Sterne am StartUp-Himmel?

Beitrag von Arian Müller*

Im TechQuartier Frankfurt war der Accelerator Frankfurt vergangenen Donnerstag mit seinem Gründer Ram Shoham Gastgeber des zweiten „Demo Day“ zu Gast. Insgesamt elf verschiedene StartUps – davon vier StartUps des Work Space-Anbieters VABN – stellten sich und ihr Geschäftsmodell vor und präsentierten die Entwicklungen, die sie im Accelerator Frankfurt durchlaufen hatten.

Ein Accelerator dient als Beschleuniger für die Entwicklung von StartUps. Die jungen Unternehmen werden durch intensives Coaching in ihrer Entwicklung unterstützt. Als Teil des Teams Innovation und Digitalisierung in der DZ BANK konnte ich auf dem Demo Day erste Eindrücke von womöglich zukünftigen Sternchen am StartUp-Himmel gewinnen.

Die Veranstaltung startete mit einer Keynote Speech von Björn Weigel, Autor des kürzlich erschienen Buches „The Innovation Illusion“, in der er auf den Zusammenhang zwischen Innovationstätigkeit und wirtschaftlicher Entwicklung einging. Gleich darauf konnte man sich ein Bild des ersten StartUps machen – „Aeroplan“. Das israelische StartUp beschäftigt sich mit der Schnittstelle zwischen Versicherungen und deren Kunden, die im Urlaub Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen müssen. Versicherungsunternehmen sollen durch Aeroplan Anfragen von Kunden und deren Handling leichter – und optimalerweise auch kostengünstiger – steuern können. Mich persönlich hat dieses StartUp neugierig gemacht – vielleicht wird der nächste Krankenhausaufenthalt im Urlaub (hoffentlich nur hypothetisch) unbürokratisch und schnell durch Aeroplan abgewickelt.

Um allerdings erst einmal in den Genuss einer Reise zu kommen, bietet sich gleich das nächste StartUp „Travel to Live“ aus Kanada und Schweden an. Über eine Art Urlaubsziel-Tinder kann man mit Freunden den Urlaub planen. Stundenlange Diskussionen über das Urlaubsziel sollen somit der Vergangenheit angehören.

Auf eine andere Art und Weise exotisch zeichnet sich das Geschäftsmodell von „EcoKraft“. Die  Gründer aus Deutschland wollen für kleine und mittelgroße Unternehmen in Afrika als Vermittler zu Investoren arbeiten. Dadurch würde der Zugang zu Finanzierungen erheblich vereinfacht werden. Das Besondere an ihrem Modell: zur Verwendung kommt die Blockchain-Technologie (hier geht’s zum passenden Blogbeitrag). Nachdem das FinTech in Malawi bereits Fuß gefasst hat, wollen die Unternehmer in weitere afrikanische Länder expandieren.

Überhaupt war der Abend hochgradig international geprägt. Das deutsche FinTech „AsiaFundManagers“ präsentierte seine Idee, den Zugang zu asiatischen Finanzmärkten hierzulande zu erleichtern. Asien als ökonomisches Schwergewicht sei in Kapitalmarktprodukten unterrepräsentiert. Die Idee ist es, in Asien anlegende Fonds auf einer Plattform gebündelt anbieten zu können. „AsiaFundManagers“ ist am Tag des Demo Days live gegangen.

Drei weitere StartUps beschäftigten sich mit Cybersecurity („Norma“), Internetwerbung („Adjesty) und Smart Cities („Smart Mile Solutions“). Während Norma WLAN-Hotspots auf ihre Sicherheit überprüfen möchte und „Adjesty“ damit wirbt, schädliche Internetwerbung verbannen zu können, setzt „Smart Mile Solutions“ auf die Optimierung von Paketzustelldiensten. Indem es seinen eigenen Zustellservice auf den Markt bringt, fungiert Smart Mile Solutions als Bindeglied zwischen Paketdiensten und Endkunden. So kann ich als Kunde individuelle Zustelltermine und -orte festlegen. Das spart Kosten für die Paketdienste und schont meine Nerven.

Alles in allem konnte ich durchgängig mit Interesse den Präsentationen folgen, doch hat eindeutig die tatsächliche Demo, also die Live-Präsentation von Prototypen der Anwendungen gefehlt! So verblieb es bei PowerPoint-Präsentationen, die man eher zu Beginn eines Accelerator-Programms erwarten würde. Das Potential für eventuelle Wow-Effekte blieb so leider auf der Strecke.

*Arian Müller ist dualer BWL-Student in der DZ BANK AG und unterstützt das Innovationsmanagement.

24. Juli 2017, 8:18 Uhr

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Ein Kommentar

Hello Arian, thank you for the article. Regarding your last comment about prototypes, it is difficult to show one in a five minute pitch. All the startups are actually talking with investors and demonstrating their products (they are past prototypes, these are actually products with paying customer FYI) in action. You were also welcome to approach any of them and recieve a demonstration.

Best regards,
Ram

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