Blockshow 2017: Zu Gast auf der internationalen Blockchain Konferenz in München

Autor: Michelle Berger
Blockshow 2017Foto: Michelle Berger

Letzten Donnerstag, den 06. April 2017, fand die internationale Blockchain Konferenz „Blockshow 2017“ in München statt. Dort durfte ich mir die aktuellsten Blockchain Entwicklungen und die bereits etablierten Lösungen anschauen. Auf mich wartete eine bunt gemischte Agenda – von Blockchain Basics über Key Notes und eine großen Ausstellung etablierter Lösungen von Startups bis hin zu Podiumsdiskussionen.

„Once you begin to understand what the Blockchain is, you cannot sleep anymore.” Dr. Marco Krohn – CEO Blockchain Consulting

Los ging es am Vorabend mit einem Workshop bei Maiborn Wolff zur Hands-on-Erläuterung der Funktionsweise der Blockchain. Dort musste ich in meiner Rolle als „Miner“ Rechenaufgaben lösen, um einen neuen Block an Transaktionen für die Blockchain zu generieren. Neben dem theoretischen Teil hat mir dieses „Hands-on-Spiel“ sehr gut gefallen, um die genaue Funktionsweise einer Blockchain zu verstehen.

Die Konferenz startete am nächsten Morgen mit einer sehr inspirierenden Key Note von Bitcoin Foundation Gründer Charlie Shrem.  Darin erklärte er unter anderem, weches Potenzial die Blockchain hat, die Welt zu einer ohne Korruption und Armut zu verändern. Er verglich die Veränderung durch die Blockchain mit der Einführung der Druckpresse im früheren Zeitalter. Vor dessen Einführung gab es nur eine zentrale Einheit (Regierung oder Kirche), die Informationen an das Volk verteilte. Die Druckpresse ermöglichte es jedem einzelnen dezentral Informationen zu verteilen. Ähnlich revolutionär könnte sich die Blockchain in verschiedenen Branchen mit (noch) zentralen Einheiten – Banken, Versicherungen, Energiewirtschaft, etc. – auswirken.

Und in diesen Branchen experimentieren bereits einige Startups mit der Blockchain-Technologie. Beispielsweise demonstrierte Etherisc das Potenzial der Blockchain in der Versicherungsbranche. Die Branche ist geprägt von einer siginifikanten Betrugsrate aufgrund von teils fehlleitenden Anreizsystemen, Lücken in der Transparenz und einem asymmetrischen Informationsstand zwischen Versicherung und Kunde. Eine blockchainbasierende Versicherung mit einem Smart Contract hingegen führt Zahlungen bei einer eintretenden Bedingung aus. Ohne dass der Kunde diesen Zustand nachweisen oder extra einreichen muss. Der Smart Contract erhält die Informationen aus einer externen Quelle. Etherisc experimentiert mit einer Flugverspätungsversicherung, die an die aktuellen Flugdaten geknüpft ist. Kommt es zu einer Verspätung, zahlt die Versicherung dem Kunden automatisch einem Betrag x aus.

Auch im Energiesektor experimentieren Startups beispielsweise mit der Einführung von „Solarcoins“ und Peer-to-Peer Stromkäufe, um Anreize für die Generierung von erneuerbaren Strom zu schaffen.

Auf der Ausstellung konnte ich einen Geldautomaten zum Aufladen eines Bitcoins Kontos von Cointed ausprobieren und einem Rechner beim Mining (s. Foto) zuschauen, der um einiges schneller war als ich bei meinen Rechenleistungen am Vorabend. Ebenso beeindruckend war ein Chip, der in einem Süßigkeitsautomaten (oder jedem anderen Automat) integriert war und man somit mit Bitcoins oder anderen digitalen Währungen zahlen konnte. Auch wenn die Anwendung der Blockchain-Technologie in der Breite noch einige Zeit entfernt sein mag, zeigen sich bereits heute vielfältige mögliche Anwendungsbereiche im Alltag eines jeden von uns.

 

12. April 2017, 7:42 Uhr

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