Sehen und gesehen werden – Der DZ BANK Innovationsradar (Teil 2)

Autor: Dr. Fabian Max Wendel

Als Düsseldorfer muss ich schmunzeln, wenn samstags die High Society über die Kö flaniert: Manches Outfit fällt – wohlwollend formuliert – in die Kategorie „modische Innovation.“ Sehen und gesehen werden im Kontext Innovation ist auch das Motto im Innovationsradar der DZ BANK Gruppe – hier mit der Motivation, Transparenz und Vernetzung zu eigenen Innovationsaktivitäten zu fördern.

Wer macht hier eigentlich was?

In Teil 1 der Beitragsreihe habe ich berichtet, wie wir unsere Innovationsradar-Plattform beim Trend- und Technologiemanagement nutzen. Heute geht’s um die andere Seite der Medaille, nämlich den Innovationsradar im engeren Sinne: Wer innerhalb der DZ BANK Gruppe arbeitet aktuell an welchen Innovationsaktivitäten? Diese Frage mag auf den ersten Blick trivial erscheinen, relativiert sich aber, wenn man die dezentrale Organisationstruktur der DZ BANK Gruppe bedenkt, die sich auch im Umgang mit Innovationsthemen widerspiegelt.

Dezentral aber transparent

Mit Blick auf den Facettenreichtum und die Schnelligkeit von Innovationsvorhaben erlebe ich es als eine Stärke der DZ BANK Gruppe, dass Innovationen nicht ausschließlich zentral initiiert und gesteuert werden, sondern aus vielfältigen Quellen und in individueller Verantwortung der verschiedenen Geschäftsbereiche und Gruppenunternehmen entstehen. Im Umkehrschluss steigt damit natürlich die Gefahr von Ineffizienzen durch Doppelarbeiten, fehlende Abstimmung etc. Diesen Nachteilen einer dezentralen Herangehensweise wirkt der Innovationsradar entgegen, indem er eine geteilte Informationsbasis für alle Beteiligten bildet und die Vernetzung untereinander fördert.

Viele bunte Smarties

Der Innovationsradar der DZ BANK Gruppe (illustrative Darstellung)

Erste Anlaufstelle, um sich einen Überblick zu verschaffen, ist die eigentliche Radar-Ansicht. Die einzelnen Segmente im Radar repräsentieren die verschiedenen Geschäftsbereiche der DZ BANK AG (Firmenkunden, Transaction Banking etc.) sowie die Gruppenunternehmen der DZ BANK Gruppe (Union Investment, R+V Versicherung etc.). Jede Innovationsaktivität ist durch einen farbigen Punkt markiert und durchläuft idealtypisch im Zeitverlauf von Innen nach Außen die Phasen Idee, Konzeption, Umsetzung, Pilot und Einführung. Abgeschlossene Aktivitäten rotieren aus der Radar-Darstellung heraus, sind aber zu Referenzzwecken im Archiv weiterhin einsehbar. Ähnlich wie im Trend und Technologieradar kann der User die Radar-Ansicht individuell konfigurieren und filtern. Nach Klick auf einen Punkt wird ein Kurzprofil der jeweiligen Aktivität angezeigt, inklusive Verknüpfungen zur Detailbeschreibung und zu anderen Elementen auf der Plattform.

Weniger ist mehr

Profilblatt einer Innovationsaktivität im Innovationsradar

Der Umfang der im Profilblatt einer Innovationsaktivität erfassten Informationen ist (inzwischen) relativ überschaubar. Im ersten Release der Innovationsradar-Plattform mussten bei der Erfassung neuer Aktivitäten noch zahlreiche (Pflicht-)Felder zusätzlich ausgefüllt werden – die im manuellen Vorgängerprozess etablierten PowerPoint-Steckbriefe ließen grüßen. Die Erfahrung hat aber klar gezeigt, dass hier weniger mehr ist: Je kompakter, desto niedriger die Hemmschwelle zur Erfassung neuer Aktivitäten. Wer Detailfragen zu einer Aktivität hat, wendet sich eh bilateral an den hinterlegten Ansprechpartner.

Mehrwert durch Gap-Analyse

Immer aktueller Datenstand, visuelle Darstellung, Exportmöglichkeiten, individuelle Auswertungen etc. Viele Vorteile der gemeinsam genutzten, digitalen Innovationsradar-Plattform gegenüber dem früheren, manuellen Zusammentragen von Innovationsaktivitäten liegen auf der Hand. Der Clou liegt jedoch in der Verknüpfung von Trends und Technologien mit den eigenen Aktivitäten. Zum einen ist über die Plattform auf einen Blick ersichtlich, auf welche Trends eine Innovationsaktivität einzahlt. Zum anderen wird – wichtiger noch – im Umkehrschluss transparent, ob und in welcher Form als besonders relevant bewertete Trends (siehe Teil 1 der Beitragsreihe) bereits durch eigene Innovationsaktivitäten adressiert werden.

Zusammengefasst: Die Transparenz im Innovationsradar inklusive der Verknüpfung von Trends, Technologien und eigenen Aktivitäten verhindert, dass man als Organisation jedem (vermeintlichen) Trend blind hinterherrennt – womit wir wieder beim Thema „Mode“ auf der Kö wären…

 

Diesen Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Durchschnittliche Bewertung des Artikels: 5.00 Anzahl abgegebener Bewertungen: 5

Ähnliche Beiträge

4 Kommentare

Hallo Fabian,

sehr schöner Artikel. Vielen Dank für die weiteren Einblicke!

Viele Grüße aus Düsseldorf
Björn

Hallo Herr Prystav,
spannende Einblicke auf ein mir bisher unbekanntes Feld – Danke !
Gruß aus Berlin
Martina Maschke
B/FNB

Hallo Herr Dr. Prystav,
danke für den sehr interessanten Einblick. Ist der Innovationsradar auch zur Beteiligung/Nutzung von Primärbanken vorgesehen? Wenn ja, wie?
Gruß aus Koblenz
Judith Sauerborn

Hallo Frau Sauerborn,
in der jetztigen Form ist die Plattform nur für die Nutzung innerhalb der DZ BANK Gruppe ausgelegt. Wir sind aber bereits aktiv mit dem BVR und der Fiducia & GAD IT dabei zu erarbeiten, wie eine gemeinsame Lösung (möglicherweise auf Basis unserer Plattform) für den Einsatz in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe sinnvoll aussehen kann. Der Wunsch in diese Richtung zu gehen ist da und wir sehen darin ein großes Potenzial – sowohl mit Blick auf den übergreifenden Austausch zu Innovationsaktivitäten als auch beim Trend- und Technologiemanagement.
Beste Grüße
Fabian Prystav

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


8 + 9 =