Chatbot-Hackathon – Zurück in die Zukunft

Autor: Gastautor

Von Dr. Martina Faust, Fiducia GAD

In den Science-Fiction-Filmen und Raumschiffserien meiner Kindheit redete der Held mit Autos, flog durch Galaxien und sprach mit dem piepsenden und fahrenden R2D2 oder durchfuhr ganz einfach Zeitzonen. „Man soll seine Kindheit ja nicht wegwerfen, wie einen alten Hut“, sagte schon Erich Kästner und die Welt hat es in dem Punkt nicht getan. Heute beginnt, was früher unerreichbar schien. Wir selbst reden mit unseren Autos oder unserer Armbanduhr, wir haben die erste sprechende künstliche Intelligenz zu Hause und verteilen Aufträge, erfragen das Wetter oder bestellen neue Klamotten. Wir interagieren mit Robotern und beziehen online problemlos Wissen aus aller Welt.

Der Bots-Hackathon, den wir als Fiducia & GAD Ende Februar in unserer hauseigenen Innovationswerkstatt in München veranstalteten, beschäftigte sich mit dem Thema Chatbots und künstliche Intelligenz. Zwei Tage lang fanden sich Experten aus unseren Entwicklungs- und Fachbereichen sowie von der R+V, Union Investment, DZ BANK oder Bausparkasse Schwäbisch Hall zusammen und entwickelten Anwendungsfälle für Bots. Chatbots oder kurz Bots sind textbasierte Dialogsysteme. Sie bestehen aus einer Textein- und -ausgabemaske, über die sich in natürlicher Sprache mit dem dahinterstehenden System kommunizieren lässt. Mit steigender Computerleistung können Chatbot-Systeme immer schneller auf immer umfangreichere Datenbestände zugreifen und intelligente Dialoge für den Nutzer bieten. Als virtuelle persönliche Assistenten sozusagen.

Die aktuelle Herausforderung für unsere Arbeitswelt ist es, Anwendungsfelder für Bots zu finden, sie miteinander zu kombinieren und sogar mit MachineLearning zu verbinden. „Als Innovationsteam der Fiducia & GAD treiben wir Ideen voran und bringen Menschen zusammen, um mit kreativen Methoden neue Anwendungsfelder zu finden. Bots sind da nur ein Thema von vielen, denen wir uns widmen“, sagt Josef Dantscher, Innovationsmanager bei der Fiducia & GAD.

Los geht’s … die Ideenvorstellung

Nach einem kurzen Willkommen der Gastgeber Marco Meister, Josef Dantscher und Peter Fichtner, stellte Daniel Heinze von Microsoft den aktuellen Stand der Bots-Technologie von Microsoft vor. Was kann ein Bot vom „Hallo“ sagen, über den Dialog bis hin zum Speichern bereits ausgetauschter Informationen? Daniel Heinze erläuterte, dass Bots inzwischen mit uns interagieren und dadurch immer schlauer werden. Sie speichern und organisieren Wissen, ordnen zu, reagieren auf Anfragen.

Dann ging es rein in die Ideen-Vorstellung und das Werben um Mitglieder für das eigene Team begann. Die Auswahl war groß und die Themen sehr spannend: Ein Chatbot für Kunden, um die individuell passende Versicherung zu finden. Ein Bot, der dem Kunden bei Fragen hilft, diese zu beantworten oder direkt an den richtigen Experten zu versenden. Ein Bot, der die Aufnahme der Fehleranalyse beherrscht. Einer, der Entwickler bei der Projektarbeit unterstützt. Und ein Bot, der den Kontostand überwacht, Warnungen ausspricht oder personalisierte Angebote erstellt. Letztendlich wurden sechs Teams gebildet, um an den besten Ideen zu tüfteln.

Und durchstarten …

Die Ideengeber stellten ihren Teams die Idee zunächst detaillierter vor. In den ersten Gruppen wurden schon Zeitpläne an Flipcharts geschrieben und Kompetenzen verteilt, während andere noch über Anwendungsfälle diskutierten.

In der Innovationswerkstatt wurde es rasch wärmer, dank vieler heiß laufender Rechner und Köpfe. Der Tag wurde zum Abend, die bestellten Pizzas nebenbei verspeist, bis in die Nacht hinein wurde getüftelt. Am nächsten Morgen ging es nach einem kurzen Hallo von Josef Dantscher sofort intensiv weiter. Denn bereits um 14 Uhr sollten die Teilnehmer die Ergebnisse präsentieren.

So fühlt sich das Gestalten der Zukunft an: Ein kreatives Miteinander, Diskussionen, Sprechen über Möglichkeiten und was man kurzfristig erreichen möchte. Die Location tat ihr Übriges dazu: Die Innovationswerkstatt der Fiducia & GAD in München ist ein offener Ort, an dem sich alle spontan austauschen können. Fokussiertes Abtauchen ins Detail und gegenseitiges Abstimmen, weil alle im gleichen Raum sitzen, gehen Hand in Hand. An den Tischen oder in den Rückzugsräumen saßen auch andere, die nicht zum Bot-Hackathon da waren, sondern an anderen Projekten arbeiten.

Und was kam dabei heraus?

Bis auf die letzte Minute wurde entwickelt, an den Präsentationen geschraubt und die Live-Versionen fit gemacht.

Und dann ging es los: Der Sprachbot, der einem in jeder Situation aus der Klemme helfen soll, kam zum Einsatz: „Ich hab mein Passwort vergessen.“ „Dein Passwort? Wie ist Dein Name?“ „Mein Name ist Matthias.“ „Wann hast Du Geburtstag, Matthias?“ Und ein paar Dialoge später war das Passwort entsperrt. Die Logik dahinter? Ein Bot verwandelt Sprache in Text, der nächste Bot verarbeitet die Information und sucht nach einer Lösung, schickt sie per Text zurück und dieser wird in eine Sprach-Antwort zurückgewandelt. Zuviel wollen wir über die einzelnen Projekte an dieser Stelle aber gar nicht verraten. Nur so viel: Die Teilnehmer werden auch nach dem Hackathon weiter an ihren Ideen feilen.

Ich für meinen Teil kann nach den zwei Tagen nur sagen, es fühlt sich spannend an, in der Zukunft meiner Kindheit angekommen zu sein. Bei solch einer Entwicklungsgeschwindigkeit bin mir sicher, dass meine Kinder in flitzenden Raumschiffchen durch die Welt, die Galaxien oder auch durch die Zeit reisen werden …

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6. März 2017, 7:14 Uhr

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2 Kommentare

Klasse Idee! Was bedeutet, dass ‚ die Teilnehmer […] weiter an ihren Ideen feilen‘? Gibt’s ne Aussicht auf echte Bots für echte Kundenkontakte? Wäre doch ideal…24/7 -Servicebots oder Kontobestellung per Spracheingabe ?!

Hallo Herr Häckel,

die Ideengeber prüfen derzeit in ihren Häusern, wie sie weiter vorgehen. Im Vordergrund des Bots-Lern-Hackathon stand das Kennenlernen der Microsoft-Technologie und deren Möglichkeiten. Auf unserer (Fiducia & GAD IT AG) IT-Bankfachmesse COM17 wird das Thema Bots ebenfalls vertreten sein. Viele Grüße aus München!

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