„Blockchain might be like the Internet“

Autor: Friederike Seliger
Thomas Ullrich (links), Mitglied des Vorstandes DZ BANK und Prof. Wolfgang König vom e-finance LabFoto: DZ BANK/Seliger
Thomas Ullrich (links), Mitglied des Vorstandes DZ BANK und Prof. Wolfgang König vom e-finance Lab

Obwohl Blockchain derzeit in aller Munde ist, haben viele von uns nur eine grobe Vorahnung davon, was sich genau dahinter verbirgt. Zumeist wird Blockchain als Technologie hinter der digitalen Währung Bitcoin beschrieben, was korrekt ist. Inzwischen ist Blockchain aber nicht mehr einzig auf Bitcoin beschränkt, sondern es gibt einige weitere Anwendungsbeispiele für die Technologie, vor allem im Zahlungsverkehr. Um ein Beispiel zu nennen: Mit Blockchain können Zahlungen zwischen zwei Akteuren ohne Zwischeninstanzen getätigt werden – und zwar in Sekundenschnelle. Perspektivisch können Banken mit der Technologie also Zeit und Geld sparen. Wie das funktioniert und welche Perspektiven Blockchain den Banken bietet, wird derzeit alle paar Wochen in den Medien diskutiert. Und auch eine Konferenz von der DZ BANK und dem E-Finance Lab der Goethe Universität hat sich mit dem Phänomen Blockchain beschäftigt und Anfang September mit Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen darüber debattiert.

DZ BANK Vorstand Thomas Ullrich hat in seinem Grußwort über den Status quo beim Thema Blockchain in der DZ BANK Gruppe berichtet, u.a. am Beispiel der Reisebank. Die DZ BANK Tochter hat im Juli innerhalb von acht Sekunden eine transatlantische Zahlung zwischen Calgary in Kanada und Frankfurt-Rödelheim mittels Blockchain-Technologie abgewickelt – ein Vorgang, der bisher vier Tage gedauert hat. „Diese Weltpremiere hat für große Aufmerksamkeit gesorgt“, sagte Thomas Ullrich vor den 650 Teilnehmern, und „wenn die ReiseBank als Servicedienstleister und Schnittstelle im internationalen Zahlungsverkehr mit anderen im Ripple-Netzwerk angeschlossenen Banken agieren kann, profitiert davon unsere ganze Gruppe.“ Dass Blockchain großes Potenzial hat – darüber waren sich die Teilnehmer einig. So ging es in den Vorträgen von Unternehmen wie IBM, der Deutschen Bank oder der Deutschen Börse auch vielmehr um konkrete Anwendungsbeispiele der Technologie. Verterter von der EZB und des Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS) sprachen über die rechtlichen bzw. regulatorischen Rahmenbedingungen. Der hessische Finanzminister Thomas Schäfer sprach über die Vorhaben der Politik für einen innovatives Frankfurt und betonte in diesem Zuge auch den disruptiven Charakter von Blockchain: „Blockchain might be like the Internet“.

Ob das der Fall ist, wird sich zeigen. Denn nach wie vor ist nicht endgültig geklärt, ob die Transaktionsabwicklung mit Blockchain wirklich sicher und nicht manipulierbar ist. Auch die Integration in bestehende Systeme gilt noch als problematisch. Eine aktuelle Studie des World Economic Forum bescheinigt Blockchain „erhebliche Hürden auf dem Weg zu einer großflächigen Einführung“. Wie revolutionär Blockchain tatsächlich ist, wird sich erst zeigen, wenn es Antworten auf alle noch offenen Fragen gibt.

Unsere Prognose: Das Thema wird weiter an Bedeutung gewinnen und wir werden uns in der DZ BANK Gruppe weiter damit beschäftigen. Dabei setzen wir auf Kooperationen und suchen den Austausch, nicht nur innerhalb unserer FinanzGruppe, sondern auch mit der Industrie und der Wissenschaft.

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  • Foto: Thomas Ullrich (links), Mitglied des Vorstandes DZ BANK und Prof. Wolfgang König vom e-finance Lab
16. September 2016, 7:50 Uhr

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