Design Thinking trifft auf Walt Disney – Film ab!

Autor: Corinna Sander
P1080792Foto: Corinna Sander/DZ BANK

Was Design Thinking ist und wie die Methode grob funktioniert, beschreibt der Beitrag „Designen, hacken, Lego bauen. Und das in einer Bank?“ Wie wir mit Design Thinking das Traineeprogramm „TeamUp“ mit dem neuen Schwerpunkt „Innovation & Digitalisierung“ entwickelt haben, erfahren Sie hier.

… und so haben wir den Prozess ausgestaltet:

An unserem Design Thinking Tagesworkshop haben zehn Mitarbeiter und Führungskräfte aus unterschiedlichen Fachbereichen unterschiedlicher Volksbanken Raiffeisenbanken teilgenommen. Die Vorbereitung und Moderation des Workshops haben wir zu zweit gemacht. Das war insofern sinnvoll, da die Teilnehmer für ausgewählte Phasen des Design Thinking Workshops auf zwei Teams verteilt arbeiteten.

Unser Problemraum:

  1. Zunächst hat sich das Team auf eine ausformulierte Problembeschreibung im Sinne einer gemeinsamen „Challenge“ verständigt. Die Challenge hatten wir im Vorfeld vorformuliert und in dem Workshop selbst diskutiert und angepasst, bis sich alle Teilnehmer hinter dieser Challenge versammeln konnten.
  1. Im nächsten Step gab es u. a. zwei Impulsvorträge durch Experten der DZ BANK Gruppe mit einer anschließenden Q&A-Session. In einem Vortrag ging es um den Erfahrungsbericht einer Volksbank, die das Thema Innovation und Digitalisierung bereits seit längerem erfolgreich bearbeitet. In dem zweiten Impulsvortrag standen Ideen für die methodische Ausgestaltung des Programms im Vordergrund. Daran anschließend haben die Workshop-Teilnehmer in vier Runden Intensivinterviews mit Vertretern der zwei relevantesten Nutzergruppen – Trainees und Mentoren aus der DZ BANK Gruppe – durchgeführt.
  1. Die Erkenntnisse aus den Vorträgen, der Q&A-Session sowie den Interviews wurden von den Teilnehmern im dritten Schritt visualisiert und verdichtet. Auf dieser Grundlage konnten die Teams für jede der relevanten Stakeholdergruppen eine Sichtweise formulieren, die als kondensierte „Kernbotschaften“ für den anschließenden Lösungsraum festgehalten wurde.

Unser Lösungsraum:

  1. In zwei Teams haben die Teilnehmer die Fragestellung nach dem „Anforderungsprofil“ und dem „TeamUp-Programmablauf“ bearbeitet. Für die Ideenfindung haben wir mehrere Kreativitätstechniken miteinander kombiniert. Die Teilnehmer haben zunächst in einer Brainstorming-Phase eine größere Anzahl an Ideen gesammelt, die anschließend anhand einer Abstraktion der Walt-Disney-Methode diskutiert und priorisiert wurde. Bei der Walt-Disney-Methode schlüpfen die Teilnehmer nacheinander in die Rollen des Träumers, des Realisten und des Kritikers, um die Ideen aus möglichst unterschiedlicher Perspektive heraus zu diskutieren, bevor sie abschließend priorisiert wurden.
  1. Im Rahmen des Prototypings haben die zwei Teams ein Kurzvideo zu „Wir suchen dich“ (Anforderungsprofil) und das zweite zu „Das erwartet dich“ (TeamUp-Programmablauf) in der Art produziert, dass diese Clips auch direkt zur Bewerbung des neuen Leistungsangebotes verwendet werden könnten.
  1. Über den Workshop haben wir ein Fotokoll sowie Videos erstellt, die den Teilnehmern zum einen zur Dokumentation dienten aber auch zum Testen mit weiteren Vertretern der relevanten Stakeholdergruppen in ihren jeweiligen Unternehmen. Für die Testphase wurden einige Tage Zeit im Nachgang des Workshops vereinbart.

Und das Fazit?
Aus Sicht der Moderatoren: Die Vorbereitung des Workshops war vergleichsweise intensiv. Wir hatten ein detailliertes Drehbuch erstellt und während des Tages einzelne Phasen situativ in der Durchführung adjustiert (Bearbeitungszeiten, Einsatz von Kreativitätstechniken, Warmups, etc.). Die Methode erfordert meines Erachtens eine gewisse Moderationsroutine sowie ein gutes Gespür für die Eignung von Warmup- und Kreativitätstechniken, die im Rahmen eines solchen Workshops eingesetzt werden können. Der höhere Arbeitsaufwand hat sich jedoch gelohnt, da der klassische „Gedanken-Download“ in Meetings um weitere Perspektiven und kreative Ideen bereichert wurden, die ansonsten nicht aufgekommen wären.

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Aus Sicht der Teilnehmer: Der Design Thinking Workshop wurde als sehr hilfreich und geeignet aber auch intensiv empfunden. Es wurden neue Perspektiven und viele neue Impulsen aufgenommen, die bei der Lösungsfindung unmittelbar berücksichtigt wurden. Die Design Thinking-Phasen haben dazu angeleitet, den Problem- bzw. auch den Lösungsraum zunächst groß zu machen und frei zu denken, bevor priorisiert und ausgewählt wurde. Das führte dazu, dass das Verständnis und Wissen zu dem Thema in kurzer Zeit deutlich größer wurde. Es kamen auch mehr sowie kreativere Lösungsideen zusammenkamen.
Die Videos haben sich als geeignete Prototypen für die Testphase erwiesen. In kompakter Form geben sie die Ergebnisse des Workshops wider und konnten so bei einer größeren Anzahl an Stakeholdern in kurzer Zeit getestet werden. Alle Teilnehmer konnten in ihren jeweiligen Instituten kurzfristig eine positive Grundsatzentscheidung bzgl. der konkreten Themenstellung herbeiführen.

23. August 2016, 15:56 Uhr

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